Progressive Muskelentspannung nach Jacobson im Licht der Bibel bewertet
Die Progressive Muskelentspannung ist nach dem amerikanischen Arzt Edmund Jacobson (1885-1976) benannt. Er erkannte, dass Ängste, innere Unruhe und psychische Anspannung mit der Anspannung der Muskulatur einhergeht. Er entwickelte ein Entspannungsverfahren, das über die Entspannung von Muskeln zu einer körperlichen und seelischen Entspannung führen soll.
Geübt wird diese Methode meist in Gruppen. Ein Gruppenleiter gibt die Anweisungen. Die Übenden liegen mit geschlossenen Augen und bequemer Kleidung auf dem Rücken. Nach und nach werden nach Anweisung des Gruppenleiters bestimmte Muskeln angespannt und wieder entspannt. Veränderungen sollen nach der Anspannung bewusst wahrgenommen werden. Danach wird die Übung wiederholt. Auf diese Weise wird nach und nach mit den meisten Muskelgruppen am Körper so verfahren. Ein angenehmes Ruhe- und Schweregefühl kann sich so bei den Übenden einstellen. Nach dem Übungsprogramm wird noch in der Gruppe über die aufgetretenen Reaktionen und Empfindungen gesprochen.
Die Methode wird in Volkshochschulen gelehrt (5-10 Sitzungen). Auch wird sie in psychosomatischen Kliniken und in der Psychiatrie angewandt.
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson biblisch bewertet
Ich bin bei der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sehr an die Alexandertechnik und die Feldenkraismethode erinnert und gebe deshalb die gleiche Bewertung wie bei diesen Methoden.
Prinzipiell ist gegen die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson nichts einzuwenden. Eine Gefahr könnte darin bestehen, indem zu viel Wert auf die Entwicklung des eigenen Geistes gelegt wird oder spirituell-esoterische oder kosmische Ansichten mit hinzukommen. Durch die zu starke Betonung und Entwicklung des eigenen Geistes kann der Geist Gottes nur wenig oder keinen Platz in uns einnehmen. Das volle Leben, das Gott uns schenken möchte, die volle Entwicklung unserer Persönlichkeit und ein erfülltes Leben bleiben uns dadurch verwehrt.
Als Christ bin ich der festen Überzeugung, dass Jesus mit seinem Geist in mir lebt, so wie auch Paulus schreibt: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir….“(Galater 2,20). An anderer Stelle schreibt Paulus: „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsere Herzen, der da ruft: Abba lieber Vater!“ (Galater 4,6).Durch den Glauben an Jesus werden wir Gottes Kinder: „Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“ (Galater 3, 26).
Bewertung anhand der Bibel in Stichpunkten
Grundsätzliches zur Methode
- Die Progressive Muskelentspannung ist eine körperliche Technik: Anspannen und bewusstes Entspannen von Muskeln
- Sie zielt auf Stressabbau, Ruhe und bessere Körperwahrnehmung
- Ausgangspunkt ist also nichts Geistliches oder Religiöses, sondern etwas Körperliches
Aus biblischer Sicht zunächst unproblematisch
- Der Mensch hat einen Körper, für den er Verantwortung trägt
- 1. Korinther 6,19–20: „Euer Leib ist ein Tempel des Heiligen Geistes…“
- Für den Körper zu sorgen, ist grundsätzlich gut
- 1. Timotheus 4,8: „Die leibliche Übung ist zu wenig nütze…“ (aber nicht nutzlos!)
- Ruhe und Erholung sind biblisch gewollt
- Markus 6,31: „Kommt ihr allein an einen öden Ort und ruht ein wenig“
- Entspannung ist also kein Widerspruch zum Glauben
Fazit:
- Als rein körperliche Entspannungsmethode ist PME aus biblischer Sicht nicht verboten oder problematisch
Positive Aspekte, die mit biblischen Prinzipien vereinbar sind
- Bewusster Umgang mit dem eigenen Körper
- Stressabbau kann helfen, klarer zu denken und ruhiger zu werden
- Sprüche 14,30: „Ein gelassenes Herz ist des Leibes Leben“
- Kann helfen, Sorgen zu reduzieren (auf menschlicher Ebene)
- Philipper 4,6: „Sorgt euch um nichts…“ (letztlich aber durch Gebet!)
Wichtig:
- PME ersetzt nicht das Vertrauen auf Gott, kann aber eine praktische Hilfe im Alltag sein
Grenzen aus biblischer Sicht
- Die Bibel legt den Schwerpunkt nicht auf Selbsttechniken, sondern auf Gottvertrauen
- Psalm 62,2: „Meine Seele ist stille zu Gott“
- Innere Ruhe kommt letztlich von Gott, nicht aus Methoden
- Jesaja 26,3: „Du bewahrst in vollkommenem Frieden… der auf dich vertraut“
Problematisch wird es, wenn:
- Entspannungstechniken als „Heilsweg“ gesehen werden
- der Mensch glaubt, sich selbst vollständig zur Ruhe oder „inneren Erleuchtung“ bringen zu können
Achtung bei ideologischen oder spirituellen Erweiterungen
Die Methode selbst ist neutral – aber sie wird manchmal mit anderen Konzepten vermischt:
- Esoterische Ideen (Energieflüsse, „innere Kräfte“, Selbstvergöttlichung)
- Meditationstechniken, die den Geist „leeren“ sollen
- Konzentration auf das eigene Ich als Quelle von Wahrheit oder Heil
Dazu sagt die Bibel klar:
- Keine Hinwendung zu fremden geistlichen Quellen
- 5. Mose 18,10–12: Warnung vor okkulten Praktiken
- Gott allein ist die Quelle von Wahrheit und Leben
- Johannes 14,6: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“
Gefahr der Überbetonung des eigenen Geistes
- Wenn der Fokus zu stark auf „Selbstentwicklung“ oder „Bewusstseinserweiterung“ liegt
- Wenn der Mensch sich selbst in den Mittelpunkt stellt
Biblische Korrektur:
- Der Mensch soll sich nicht selbst erhöhen
- Jeremia 17,5: „Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut“
- Stattdessen Vertrauen auf Gott
- Sprüche 3,5: „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen“
Unterschied zu biblischer „Meditation“
- Biblische Meditation bedeutet: über Gottes Wort nachdenken
- Psalm 1,2: „…sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht“
- Nicht: den Geist leeren oder nach innen schauen
- Ziel ist Beziehung zu Gott, nicht Selbstoptimierung
Praktische Einordnung
- PME kann genutzt werden:
- zur Entspannung
- zur Stressreduktion
- als körperliche Übung
- Sie sollte nicht genutzt werden:
- als spirituelle Praxis
- als Ersatz für Gebet oder Vertrauen auf Gott
- in Verbindung mit esoterischen Vorstellungen
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