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Naturheilverfahren biblisch hinterfragt

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Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien

Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien in der alternativen Therapeutenszene

In vielen Bereichen der alternativen Medizin begegnet man immer wieder denselben Mustern: Es werden Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien präsentiert, die zunächst überzeugend klingen, aber bei genauerem Hinsehen oft keine klare Grundlage haben.

Besonders auffällig ist, dass viele Erkrankungen auf unsichtbare oder nicht überprüfbare Ursachen zurückgeführt werden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • „Energieungleichgewichte“
  • „gestörte Schwingungen“
  • „Blockaden im Energiefluss“
  • „Einflüsse kosmischer Kräfte“

Diese Erklärungen wirken für viele Menschen logisch, weil sie einfach und ganzheitlich erscheinen. Doch sie sind in der Regel nicht messbar oder objektiv überprüfbar. Genau hier beginnt das Problem: Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien können leicht miteinander verknüpft werden, ohne dass ihre Richtigkeit wirklich geprüft wird.

Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien

Ursachen, die es so nicht gibt

Ein zentraler Punkt ist die Annahme, dass Krankheiten durch sogenannte „feinstoffliche“ Prozesse entstehen. Dabei wird oft von Energien gesprochen, die durch den Körper fließen sollen – etwa in Form von „Qi“ oder „Lebensenergie“.

In Verfahren wie der Kinesiologie wird behauptet, dass Muskeln direkt anzeigen können, ob ein Organ krank ist oder ob ein Lebensmittel schadet. Ein Muskeltest entscheidet dann darüber, was „gut“ oder „schlecht“ für den Körper ist. Dabei soll ein schwacher Muskel auf eine Störung im Energiefluss hinweisen, während ein starker Muskel Gesundheit signalisiert .

Das Problem: Diese Annahmen sind nicht objektiv nachweisbar. Der Muskeltest hängt stark von der Erwartung des Therapeuten ab und kann leicht beeinflusst werden.

So entstehen Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien, die auf subjektiven Eindrücken basieren, aber als objektive Wahrheit dargestellt werden.

 

Diagnosen ohne überprüfbare Grundlage

Viele alternative Therapeuten wie Heilpraktiker, Energetiker oder Geistheiler arbeiten mit Diagnosen, die nicht messbar sind. Begriffe wie:

  • „Aura-Störungen“
  • „energetische Blockaden“
  • „Übersäuerung des Körpers“
  • „Belastung durch unsichtbare Kräfte“
  • Verklebung von Faszien
  • Blockaden

werden häufig verwendet.

Das Problem dabei ist nicht nur, dass diese Diagnosen schwer überprüfbar sind – sondern auch, dass sie oft sehr allgemein gehalten sind. Fast jeder Mensch kann sich in solchen Aussagen wiederfinden.

Dadurch entsteht leicht der Eindruck, eine passende Erklärung für die eigenen Beschwerden gefunden zu haben. Doch tatsächlich handelt es sich oft um Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien, die keine klare medizinische Grundlage haben.

 

Warum scheinbar nutzlose Therapien helfen

Dafür gibt es mehrere gut bekannte Gründe:

  • Placebo-Effekt – der Glaube an die Behandlung kann echte Verbesserungen auslösen
  • Zeitfaktor – viele Beschwerden bessern sich von selbst
  • momentane Verbesserung – kurzfristige Effekte werden überschätzt
  • Wohlfühleffekt – Aufmerksamkeit und Zuwendung wirken positiv
  • Suggestion – Erwartungen beeinflussen das Empfinden

Oft werden mehrere Methoden gleichzeitig angewendet. Wenn sich dann etwas verbessert, wird die Wirkung einer bestimmten Therapie zugeschrieben – auch wenn die Ursache ganz woanders liegt.

So entstehen immer wieder Bestätigungen für Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien, obwohl diese gar nicht wirklich wirksam sind.

 

Beispiele für fragwürdige Therapien

In der alternativen Szene gibt es eine große Vielzahl an Methoden. Einige typische Beispiele sind:

  • Aurachirurgie oder spirituelle Chirurgie – angebliche Operationen ohne körperlichen Eingriff
  • Ausleitungsverfahren – bei denen „Schadstoffe“ entfernt werden sollen, ohne dass diese genau definiert sind
  • Bach-Blütentherapie – bei der emotionale Zustände mit stark verdünnten Essenzen behandelt werden
  • Astromedizin – die Krankheiten mit Sternenkonstellationen verbindet

Auch Methoden wie die Vitalogie behaupten, dass viele Krankheiten durch Fehlstellungen der Wirbelsäule entstehen und durch sanfte Korrekturen behoben werden können .

Solche einfachen Erklärungen sind verlockend. Sie bieten klare Ursachen und scheinbar einfache Lösungen. Doch genau das macht sie auch problematisch: Die Realität von Krankheiten ist meist deutlich komplexer.

Viele der auf dieser Webpräsenz vorgestellten Methoden sind sehr fragwürdig, vor allem die, die einen spirituell-esoterischen Hintergrund haben.

 

Gefahren für Patienten

Die größte Gefahr liegt darin, dass Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien echte medizinische Behandlungen ersetzen oder verzögern.

Mögliche Folgen:

  • ernsthafte Krankheiten werden zu spät erkannt
  • wirksame Therapien werden nicht genutzt
  • Patienten geben viel Geld für unwirksame Methoden aus
  • falsche Hoffnungen werden geweckt

Gerade Menschen mit chronischen oder unklaren Beschwerden sind besonders anfällig für solche Angebote.

 

Warum Menschen daran glauben

Trotz aller Kritik sind solche Methoden weit verbreitet. Das hat nachvollziehbare Gründe:

  • Patienten fühlen sich ernst genommen
  • es wird sich Zeit genommen
  • die Erklärungen sind einfach und verständlich
  • es wird Hoffnung vermittelt

Das zeigt: Die Bedürfnisse der Patienten sind real. Doch die Antworten darauf sind nicht immer zuverlässig.

 

Fazit: Kritisch prüfen statt blind vertrauen

Die alternative Therapeutenszene ist vielfältig und enthält auch sinnvolle Ansätze. Doch immer wieder begegnen uns Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien, die kritisch hinterfragt werden sollten.

Ein guter Umgang damit bedeutet:

  • offen bleiben, aber nicht unkritisch sein
  • Aussagen hinterfragen
  • auf nachvollziehbare Diagnosen achten
  • keine schnellen Heilversprechen glauben

So kann man die Vorteile einzelner Methoden nutzen, ohne in die Falle von falschen Annahmen zu geraten.

Beispiele aus der Praxis

Stellen Sie sich vor, Sie leiden an irgendeiner Erkrankung – ganz gleich welcher – und suchen deshalb einen Heilpraktiker auf.

Gehen Sie zu einem Heilpraktiker, der die Dorn-Therapie bevorzugt, wird dieser vermutlich eine Verrenkung des Hüft- oder Kniegelenks feststellen, die angeblich zu einem Beckenschiefstand geführt hat. Dieser wiederum soll eine Verkrümmung der Wirbelsäule verursachen. Laut Dorn-Therapie kann eine solche Wirbelsäulenverkrümmung für eine Vielzahl von Beschwerden verantwortlich sein. Der Heilpraktiker wird anschließend eine Dorn-Therapie durchführen. So entsteht der Eindruck, Ihre Magen- oder Darmbeschwerden oder auch Kopfschmerzen hätten ihren Ursprung in einem verrenkten Kniegelenk.

Suchen Sie mit derselben Erkrankung einen chirotherapeutisch fortgebildeten Heilpraktiker auf, wird dieser vermutlich einen blockierten Wirbel diagnostizieren und ihn – unabhängig von der Art Ihrer Beschwerden – als Ursache benennen. Entsprechend wird er Sie chirotherapeutisch behandeln.

Gehen Sie hingegen zu einem Heilpraktiker, der sich auf Darmpilze spezialisiert hat, wird dieser eine Darmpilzinfektion feststellen und diese als Auslöser Ihrer Beschwerden ansehen. Die Therapie besteht dann folgerichtig in einer Darmentpilzung.

 

Auch Osteopathen sind in ihrer Sichtweise gefangen

Wenden Sie sich mit derselben Erkrankung an einen Osteopathen, der die viszerale Osteopathie bevorzugt, wird dieser ein „blockiertes“ inneres Organ diagnostizieren und versuchen, es entsprechend zu mobilisieren. Bevorzugt er hingegen die strukturelle (parietale) Osteopathie, wird er einen blockierten Wirbel als Ursache ausmachen und diesen behandeln. Ein Osteopath mit Schwerpunkt auf kraniosakraler Therapie wiederum wird eine Störung des Liquorflusses feststellen – unabhängig von Ihren konkreten Beschwerden – und diese entsprechend therapieren.

Gehen Sie schließlich zu einem Heilpraktiker, der die Neuraltherapie bevorzugt, wird dieser sogenannte Störfelder identifizieren und als Ursache Ihrer Beschwerden anführen. Die Behandlung erfolgt dann mittels Neuraltherapie.

 

Viele Alternativtherapeuten sind letztendlich in ihrer Sicht gefangen

Diese Aufzählung ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Jeder Alternativtherapeut scheint genau das am Patienten zu finden, was er erwartet und wovon er bereits im Vorfeld überzeugt ist.

Ein Rutengänger macht unterirdische Wasseradern verantwortlich, ein Bach-Blütentherapeut spricht von gestörten kosmischen Kräften, ein Schüßler-Therapeut von einer gestörten Biochemie, ein Meridiantherapeut von blockierten Energieflüssen, ein Atlastherapeut von einem fehlgestellten ersten Halswirbel, ein Bioresonanztherapeut von gestörten Schwingungen – und so weiter. Dieses Muster lässt sich auf nahezu alle Methoden übertragen.

Kann man das als ganzheitliche Betrachtung des Menschen oder als ganzheitliche Therapie bezeichnen?

Meiner Ansicht nach nicht. Vielmehr handelt es sich um eine stark eingeschränkte und einseitige Sichtweise, die eher auf Defizite in Aus- und Weiterbildung sowie auf ein unzureichendes Verständnis von Anatomie, Physiologie, funktionellen Zusammenhängen und Krankheitslehre hinweist.

Für mich ist das keine ganzheitlich orientierte Naturheilkunde, sondern eher eine einseitige, laienhafte Form der Heilkunde.

Je weniger Therapeuten tatsächlich wissen und können, desto eher neigen sie dazu, sich umfassendes Wissen und Können zuzuschreiben. Hier gilt: Der Gebildete weiß einiges, der Halbgebildete weiß viel, der Ungebildete weiß alles.

Ich habe den Eindruck, dass in kaum einem anderen Dienstleistungsbereich die Selbstüberschätzung so ausgeprägt ist wie bei Alternativtherapeuten. Hier gilt häufig: mehr Schein als Sein.

 

Ursachen und Diagnosen, die es nicht wirklich gibt

Dorn-Therapeuten gehen, wie schon angemerkt, bei vielen Beschwerden und Erkrankungen von „verrenkten“ Gelenken aus, die anscheinend ständig auftreten können. Egal mit welcher Erkrankung oder Beschwerden Sie zum Dorn-Therapeuten gehen, dieser wird immer irgendwo ein verrenktes Gelenk feststellen und diese für Ihre Beschwerden verantwortlich machen. Mittels der Dorn-Therapie wird das verrenkte Gelenk wieder eingerenkt und alles soll dann gut sein. Laut Dorn-Therapeuten können die Gelenkpartner bis zu zwei Zentimeter (und das ist für ein Gelenk sehr viel) verrenkt sein. Hätten die Dorn-Therapeuten nur ein bisschen Ahnung von Anatomie und Physiologie, so müssten sie wissen, dass Gelenke sehr straff durch Bänder, Muskeln, Gelenkkapsel und einen Unterdruck im Gelenk selbst fixiert sind. Ein Auseinandergleiten der Gelenkpartner von 1-2 Zentimeter ist nur unter stärksten Gewalteinwirkungen (z. B. Unfälle) möglich. Von Dorn-Therapeuten diagnostizierte Verrenkungen konnten bisher im Röntgenbild nie nachgewiesen werden.

Auch hier gilt immer wieder: Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien.

 

Der Osteoapath

Osteopathen, die überwiegend im visceralosteopathischen Bereich arbeiten, stellen ständig Verklebungen von Faszien (Häute, in denen Organe eingebettet sind) oder Blockaden von inneren Organen fest und geben dies als Ursache von vielen Erkrankungen an. Es ist schwer, dies nachzuprüfen. Eine Faszienverklebung ist sehr schwer zu ertasten und nur durch Ertasten zu diagnostizieren; es gibt keine andere Methode. Es ist also sehr vom jeweiligen Therapeuten abhängig, ob dieser etwas spüren kann oder nicht. Lässt man die Faszien von vielen verschiedenen Osteopathen tasten, so kommen viele unterschiedliche Befunde heraus. Jeder meint etwas anderes zu spüren. Die Behauptung, dass viele Erkrankungen und Beschwerden von Faszienverklebungen oder Organblockaden herrühren, bleibt eine Theorie, die nicht zu beweisen ist. Diese Theorie trifft nach meinen Erfahrungen in den seltensten Fällen zu und wird von Osteopathen erheblich überbewertet.

Der Kraniosakraltherapeut

Kraniosakraltherapeuten sehen die Ursachen vieler Erkrankungen in einem gestörten Liquorfluss (Liquor = Gehirnflüssigkeit). Der Liquor umgibt das Gehirn und das Rückenmark. Kraniosakraltherapeuten wollen diesen Liquorfluss durch Auflegen der Hände am Schädelknochen durch den Knochen hindurch spüren können. So wollen sie einen gestörten Liquorfluss erspüren und diesen verändern können. Lässt man viele Kraniosakraltherapeuten nacheinander ein und denselben Patienten ertasten, so kommen viele unterschiedliche Befunde heraus. Die Behauptung, dass viele Erkrankungen und Beschwerden von einem gestörten Liquorfluss herrühren, bleibt eine Theorie, die nicht beweisbar ist. Diese Theorie trifft nach meinem Dafürhalten nicht zu.

Der Meridiantherapeut

Meridiantherapeuten oder Anhänger der Traditionellen Chinesischen Medizin sehen die Ursachen vieler Erkrankungen in einem gestörten Fluss der Lebensenergie Chi, die in den Meridianen (Energiebahnen) des Menschen fließen soll. Aber es gibt meiner Meinung nach keine Energiebahnen und auch keine Lebensenergie Chi. Diese Energiebahnen und die Lebensenergie Chi konnten nie nachgewiesen werden.

Atlastherapeuten sehen die Ursachen vieler Erkrankungen in einer Blockade des ersten Halswirbels (Atlas). Wird ein und derselbe Patient von verschiedenen Atlastherapeuten untersucht, so kommen auch hier viele unterschiedliche Befunde heraus. Der Atlas lässt sich kaum ertasten, weil er sehr tief sitzt und von vielen Muskeln umgeben ist. Blockaden des Atlas kommen nach meiner Meinung nur sehr selten vor und sind fast nie einwandfrei zu diagnostizieren. Dass ein blockierter Atlas schuld an vielen Erkrankungen sein soll, bleibt eine Theorie, die nicht wirklich zu beweisen ist und meiner Meinung nach auch nicht stimmt.

Warum sind sich viele Therapeuten so sicher, dass sie anscheinend sehr viel Ertasten, Spüren und Wahrnehmen können?

In Fachkreisen, aber auch bei Patienten genießt ein Therapeut mehr Ansehen, der mehr weiß und mehr kann als die anderen. Jemand, der ohne apparative Hilfe Erkrankungen und deren Ursachen erspüren kann und zum Beispiel durch Knochen hindurch den Liquorfluss spüren kann, vor dem haben wir Therapeuten Respekt. Das würden wir auch gerne können wollen.

So besuchen viele Therapeuten solche Fortbildungskurse, bei denen es auch viel um Tasten, Erspüren und Wahrnehmen geht. Keiner will sich bei solchen Kursen eine Blöße geben und will auch was spüren. Die anderen Kursteilnehmer spüren anscheinend alle etwas bei ihren praktischen Übungen. So will jeder unbedingt etwas spüren und manche machen sich solange etwas vor, bis sie tatsächlich etwas zu spüren meinen. Endlich gehört man zu denen, die sehr sensibel sind und alles zu erspüren glauben.

Es winkt auch viel Anerkennung von Patienten. Ein Patient, der die schulmedizinische Palette mit Röntgen, Ultraschall, Computertomografie, Blutuntersuchungen und so weiter durchhat und dann zu einem Therapeuten kommt, der die „wahren Ursachen“ seiner Beschwerden durch Ertasten erkennt, hat vor diesem großen Respekt. Zudem ist es so, dass die ertasteten Ursachen der Alternativtherapeuten oft weit vom Ort der Erkrankung entfernt liegen. Eine Kniearthrose hat je nach Therapeut ihre Ursache in einer blockierten Niere, die ertastet worden ist oder in einem gestörten Liquorfluss, der durch den Schädelknochen ertastet worden ist oder in einem blockierten ersten Halswirbel, der ertastet worden ist. Das erweckt noch mehr Eindruck. So genießt man als Therapeut, der viel Erspüren und Ertasten kann, Vorteile.

Suggestion

Erspüren, ertasten und wahrnehmen ist meiner Meinung nach sehr anfällig für Suggestion. Ohne dass wir es merken, manipulieren wir uns selbst oder lassen uns manipulieren. Die Begriffe Suggestion und Manipulation werden im Beitrag „Heilen mit Nichts – Warum helfen nutzlose Therapien?“ ausführlich erklärt und begründet.

 

Ich muss nach über 40 Jahren Praxis in der alternativen Therapeutenszene immer wieder feststellen: Fragliche Ursachen, Diagnosen und Therapien.

 

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