Vojta-Therapie im Licht der Bibel bewertet
Die Vojta-Therapie ist ein Behandlungsverfahren der Physiotherapie. Sie wurde vom Neurologen und Kinderneurologen Václav Vojta entwickelt. Die Methode entstand in den 1950er- und 1960er-Jahren und wird heute in vielen Ländern angewandt.
Das Ziel der Vojta-Therapie besteht darin, bestimmte Bewegungsmuster im Körper zu aktivieren. Dabei geht man davon aus, dass grundlegende Bewegungsabläufe wie Drehen, Aufrichten, Greifen oder Gehen im Nervensystem gespeichert sind. Durch gezielte Reize sollen diese Bewegungsmuster angeregt werden.
Die Therapie wird vor allem bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen mit neurologischen oder motorischen Einschränkungen eingesetzt. Sie kann Teil einer langfristigen physiotherapeutischen Behandlung sein.
Grundprinzip der Methode
Die Behandlung erfolgt über Druck auf bestimmte Körperzonen. Diese sogenannten Reizzonen befinden sich zum Beispiel am Brustkorb, an Armen, Beinen oder am Rücken. Während der Behandlung liegt die betroffene Person in bestimmten Ausgangsstellungen, etwa auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch.
Durch den Druck auf die Reizzonen werden automatische Bewegungsreaktionen ausgelöst. Diese Reaktionen laufen unbewusst ab. Die Therapie soll dabei helfen, Muskeln gezielter anzusteuern und die Haltung sowie Bewegungsabläufe zu verbessern.
Die Methode arbeitet nicht mit aktiven Übungen wie im Sport. Stattdessen versucht sie, angeborene Bewegungsmuster zu aktivieren. Die Bewegungen entstehen dabei nicht willentlich, sondern als Reaktion auf die gesetzten Reize.
Wie sieht die Praxis aus?
Die Vojta-Therapie findet meist in physiotherapeutischen Praxen, Rehabilitationszentren oder Kliniken statt. Die Behandlung erfolgt in ruhiger Umgebung. Besonders bei Säuglingen und kleinen Kindern achten Therapeutinnen und Therapeuten darauf, dass die Behandlung regelmäßig und in festen Abläufen durchgeführt wird.
Zu Beginn untersucht die Therapeutin oder der Therapeut Beweglichkeit, Muskelspannung, Haltung und Bewegungsverhalten. Danach wird entschieden, welche Ausgangsstellungen und Reizzonen geeignet sind.
Eine Behandlung dauert häufig zwischen 20 und 45 Minuten. Bei Säuglingen und kleinen Kindern sind die Einheiten oft kürzer. Eltern werden in vielen Fällen angeleitet, bestimmte Übungen zuhause selbst durchzuführen. Dadurch wird die Therapie in den Alltag integriert.
Während der Behandlung kann es vorkommen, dass Kinder weinen. Das bedeutet nicht automatisch, dass Schmerzen entstehen. Häufig reagieren Säuglinge auf die ungewohnte Situation oder die Anstrengung. Die Therapie gilt grundsätzlich nicht als schmerzhafte Methode, kann aber als unangenehm empfunden werden.
Anwendung bei Säuglingen und Kindern
Besonders bekannt ist die Vojta-Therapie durch ihre Anwendung bei Säuglingen und Kindern. Sie wird häufig eingesetzt, wenn Auffälligkeiten in der motorischen Entwicklung festgestellt werden.
Dazu gehören zum Beispiel:
- Entwicklungsverzögerungen
- Bewegungsstörungen
- Haltungsauffälligkeiten
- Muskelspannungsstörungen
- Schädigungen des Nervensystems
Auch Frühgeborene werden teilweise mit der Methode behandelt. Ziel ist es, die körperliche Entwicklung zu unterstützen und Bewegungsabläufe zu fördern.
Anwendung bei Erwachsenen
Die Vojta-Therapie wird nicht nur bei Kindern angewandt. Auch Erwachsene können behandelt werden, etwa nach neurologischen Erkrankungen oder Unfällen.
Dazu zählen unter anderem:
- Schlaganfall
- Multiple Sklerose
- Parkinson-Erkrankung
- Schädel-Hirn-Trauma
- Rückenmarksverletzungen
Bei Erwachsenen soll die Therapie helfen, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Haltung und Muskelkontrolle zu verbessern. Sie wird häufig mit anderen physiotherapeutischen Maßnahmen kombiniert.
Bei welchen Erkrankungen wird die Methode angewandt?
Die Vojta-Therapie kommt bei verschiedenen neurologischen und orthopädischen Erkrankungen zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem:
- Zerebralparese
- Entwicklungsstörungen im Säuglingsalter
- Muskeltonusstörungen
- Koordinationsstörungen
- Skoliose
- Spina bifida
- Multiple Sklerose
- Schlaganfallfolgen
- Parkinson-Syndrome
- Bewegungsstörungen nach Unfällen
Ob die Therapie geeignet ist, wird individuell entschieden. Dabei spielen Alter, Gesundheitszustand und Art der Beschwerden eine Rolle.
Ablauf einer Behandlung
Zu Beginn einer Therapie werden die Beschwerden und die körperliche Situation genau betrachtet. Danach erstellt die Physiotherapeutin oder der Physiotherapeut einen Behandlungsplan.
Die Übungen werden regelmäßig wiederholt. Die Wiederholung gilt als wichtiger Bestandteil der Methode. Durch die regelmäßigen Reize sollen Bewegungsmuster immer wieder aktiviert werden.
Die Behandlung erfolgt meist über einen längeren Zeitraum. Wie lange die Therapie dauert, hängt von der jeweiligen Erkrankung und vom Therapieziel ab.
Wirkung und Diskussion
Die Vojta-Therapie wird seit vielen Jahren angewandt und ist besonders in der neurologischen Physiotherapie bekannt. Befürworter sehen Vorteile in der frühen Förderung von Bewegungsabläufen und in der gezielten Aktivierung des Nervensystems.
Gleichzeitig wird die Methode auch diskutiert. Manche Eltern empfinden die Behandlung ihres Kindes als belastend, vor allem wenn Säuglinge während der Therapie weinen. Auch die wissenschaftliche Bewertung der Wirksamkeit ist in einzelnen Bereichen unterschiedlich. Deshalb wird die Methode je nach Diagnose oft mit anderen therapeutischen Verfahren kombiniert.
Bedeutung in der Physiotherapie
Die Vojta-Therapie gehört heute zu den spezialisierten Behandlungsverfahren der Physiotherapie. Sie wird vor allem in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt und von speziell ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten durchgeführt.
Die Methode verfolgt das Ziel, Bewegungsfähigkeit und Körperkontrolle zu unterstützen. Dabei stehen regelmäßige Übungen, gezielte Reize und die Einbindung in den Alltag im Mittelpunkt der Behandlung.
Vojta-Therapie biblisch bewertet
Bei der Vojta-Therapie sind erstmal keine spirituell-esoterischen, magische oder okkulte Einflüsse, die aus Sicht der Bibel bedenklich wären, zu erkennen. Je nach Behandler können allerdings solche Einflüsse hinzukommen.
Die Methode ist ein Behandlungsverfahren das zur Physiotherapie gerechnet wird. Zur biblischen Bewertung der Vojta-Therapie lesen Sie bitte unter „Physiotherapie“ weiter.
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