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Tarot

Tarot im Licht der Bibel bewertet

Tarot ist ein vielschichtiges kulturelles und esoterisches Phänomen, das sich zwischen Spiel, Symbolsystem, psychologischer Projektionsfläche und spiritueller Praxis bewegt. Ursprünglich entstanden Tarotkarten im 15. Jahrhundert in Europa als Spielkarten – insbesondere in Italien und Frankreich – und hatten zunächst keinerlei mystische Bedeutung. Erst deutlich später, vor allem im 18. und 19. Jahrhundert, wurden sie von Okkultisten und Esoterikern mit symbolischer, spiritueller und angeblich uralter Weisheit aufgeladen. Diese nachträgliche Deutung prägt das heutige Verständnis des Tarot bis heute.

Ein klassisches Tarotdeck besteht aus 78 Karten, die sich in die sogenannte Große Arkana (22 Karten) und die Kleine Arkana (56 Karten) unterteilen. Die Große Arkana umfasst symbolträchtige Karten wie „Der Narr“, „Der Magier“, „Der Tod“ oder „Die Welt“, die häufig als Stationen eines spirituellen Entwicklungsweges interpretiert werden. Die Kleine Arkana ähnelt einem normalen Kartenspiel mit vier Farben und wird oft als Darstellung alltäglicher Situationen verstanden. Die Bilder auf den Karten sind reich an Symbolik, die aus unterschiedlichen Traditionen gespeist wird – darunter christliche Ikonografie, astrologische Motive, alchemistische Zeichen und Elemente aus der Kabbala.

Tarot

Im Tarot vermischen sich viele kulturelle, religiöse und spirituell-esoterische Einflüsse

Gerade diese Vermischung verschiedenster kultureller, religiöser und spirituell-esoterische Einflüsse ist ein zentraler Aspekt des Tarot. Im 19. Jahrhundert verbanden okkulte Geheimgesellschaften Tarot mit hermetischen Lehren, insbesondere mit der Idee eines verborgenen universellen Wissens. Dabei wurde Tarot als Schlüssel zu einer angeblich uralten Weisheit dargestellt, etwa aus dem alten Ägypten – eine historisch nicht belegbare Behauptung. Diese Konstruktion zeigt deutlich, dass Tarot weniger auf tatsächlicher Überlieferung als auf nachträglicher symbolischer Deutung beruht.

Die Praxis des Tarot

In der Praxis wird Tarot vor allem als Werkzeug zur Deutung von Lebenssituationen eingesetzt. Eine Person – oft als Tarotleger oder -legerin bezeichnet – zieht Karten nach bestimmten Legesystemen, etwa dem „Keltischen Kreuz“, und interpretiert deren Bedeutung im Kontext einer Frage. Diese Deutung erfolgt selten strikt nach festen Regeln, sondern ist stark subjektiv geprägt. Die Bilder dienen dabei als Projektionsfläche für Assoziationen, Intuitionen und narrative Konstruktionen. Aus psychologischer Sicht lässt sich dies gut mit dem Konzept der Projektion erklären: Menschen erkennen in mehrdeutigen Symbolen oft eigene Gedanken, Wünsche oder Ängste wieder.

Die spirituell-esoterische Dimension

Die spirituell-esoterische Dimension des Tarot wird von vielen Praktizierenden besonders betont. Tarot gilt hier als Zugang zu „höherem Wissen“, zur Intuition oder zu einer nicht näher definierten „geistigen Welt“. Manche sehen die Karten als Werkzeug, um mit spirituellen Energien oder sogar übernatürlichen Kräften in Kontakt zu treten. In okkulten Traditionen wird Tarot teilweise als magisches Instrument verstanden, das nicht nur Erkenntnis, sondern auch Einfluss auf die Realität ermöglichen soll. Solche Vorstellungen bewegen sich jedoch außerhalb wissenschaftlich überprüfbarer Bereiche und basieren auf Glaubenssystemen.

Tarot kritisch betrachtet

Kritisch betrachtet gibt es keine belastbaren Belege dafür, dass Tarot tatsächlich Zukunft vorhersagen oder verborgene Wahrheiten objektiv offenlegen kann. Die scheinbare Treffgenauigkeit vieler Deutungen lässt sich oft durch allgemeine Aussagen (sogenannte Barnum-Effekte), selektive Wahrnehmung und nachträgliche Interpretation erklären. Menschen neigen dazu, sich an „passende“ Aussagen zu erinnern und unzutreffende zu ignorieren. Zudem ist die Sprache der Tarotdeutung häufig vage und symbolisch, was viele Interpretationen zulässt.

Biblische Bewertung des Tarot

  1. Tarot als Form des Wahrsagens

Tarotkarten werden häufig verwendet, um Einblick in die Zukunft zu gewinnen oder verborgene Wahrheiten zu erkennen. Damit fällt Tarot eindeutig in den Bereich des Wahrsagens.

Die Bibel äußert sich sehr klar zu solchen Praktiken:

  • 5. Mose 18,10–12:
    „Es soll niemand unter dir gefunden werden, der […] Wahrsagerei treibt, Zeichendeuterei betreibt oder ein Beschwörer ist […]. Denn wer das tut, ist dem HERRN ein Gräuel.“
  • Jesaja 8,19:
    „Soll ein Volk nicht seinen Gott befragen? Warum die Toten für die Lebenden befragen?“
Bibel - Heilige Schrift

Bewertung:
Aus biblischer Sicht ist Wahrsagen grundsätzlich abzulehnen, da es den Versuch darstellt, Wissen außerhalb von Gott zu erlangen. Tarot widerspricht damit dem biblischen Prinzip, dass allein Gott die Zukunft kennt und offenbart (vgl. Jesaja 46,10).

 

  1. Vertrauen auf Gott vs. alternative geistliche Quellen

Tarot wird oft genutzt, um Orientierung, Entscheidungen oder Trost zu finden. Damit ersetzt es faktisch die Rolle, die laut Bibel Gott einnehmen soll.

  • Sprüche 3,5–6:
    „Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“
  • Jakobus 1,5:
    „Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott […] und sie wird ihm gegeben werden.“

Bewertung:
Die Bibel fordert dazu auf, Weisheit und Führung direkt bei Gott zu suchen. Tarot hingegen lenkt den Menschen auf alternative Quellen, was als geistliche Fehlorientierung betrachtet wird.

 

  1. Esoterische, magische und okkulte Einflüsse

Tarot ist historisch und praktisch eng mit esoterischen und okkulten Traditionen verbunden. Es wird häufig im Kontext von Ritualen, Energien, Symboldeutung und spirituellen Kräften außerhalb des biblischen Gottes verwendet.

Die Bibel warnt deutlich vor solchen Einflüssen:

  • Galater 5,19–21:
    „Offenbar sind aber die Werke des Fleisches […] Zauberei […]; die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“
  • Apostelgeschichte 19,19:
    Menschen, die Zauberei betrieben, verbrannten ihre Bücher, nachdem sie zum Glauben kamen.
  • 3. Mose 19,31:
    „Ihr sollt euch nicht an die Totenbeschwörer wenden noch an die Wahrsager; sucht sie nicht auf, um euch an ihnen zu verunreinigen.“

Begründung:

  • Tarot arbeitet mit Symbolik, die oft spirituell aufgeladen interpretiert wird.
  • Es wird in esoterischen Kreisen als Zugang zu „höherem Wissen“, „Energien“ oder „universellen Kräften“ verstanden.
  • Diese Konzepte stehen im Gegensatz zur biblischen Lehre, dass geistliche Wahrheit allein von Gott kommt.

Bewertung:
Aus biblischer Sicht sind esoterische und okkulte Praktiken nicht neutral, sondern geistlich gefährlich. Sie öffnen den Menschen für Einflüsse, die nicht von Gott stammen.

 

  1. Ursprung und geistliche Quelle

Die Bibel macht deutlich, dass es keine „neutralen“ spirituellen Praktiken gibt – entweder kommen sie von Gott oder nicht.

  • 2. Korinther 11,14:
    „Denn der Satan selbst verkleidet sich als Engel des Lichts.“
  • 1. Johannes 4,1:
    „Prüft die Geister, ob sie aus Gott sind.“

Bewertung:
Auch wenn Tarot oft harmlos oder psychologisch dargestellt wird, warnt die Bibel davor, geistliche Quellen unkritisch zu akzeptieren. Dinge, die spirituell wirken, aber nicht von Gott kommen, werden als potenziell täuschend beschrieben.

 

  1. Selbsttäuschung und Abhängigkeit

Tarot kann dazu führen, dass Menschen Entscheidungen von Karten abhängig machen oder ihre Verantwortung abgeben.

  • Jeremia 17,9:
    „Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen?“
  • Psalm 146,3:
    „Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf einen Menschensohn, bei dem keine Rettung ist.“

Bewertung:
Die Bibel warnt davor, sich auf unsichere oder menschliche bzw. spiritistisch beeinflusste Quellen zu verlassen. Tarot kann eine falsche Sicherheit erzeugen und zu geistlicher Abhängigkeit führen.

 

Gesamtfazit

Aus biblischer Sicht ist Tarot klar abzulehnen, weil:

  • es eine Form des Wahrsagens ist (verboten in der Bibel),
  • es den Menschen von Gott weg zu anderen „geistlichen“ Quellen führt,
  • es mit esoterischen und okkulten Praktiken verbunden ist,
  • es potenziell täuschende geistliche Einflüsse beinhaltet,
  • es Vertrauen und Abhängigkeit falsch lenkt.

Die Bibel ruft stattdessen dazu auf:

  • Gott direkt zu suchen,
  • ihm zu vertrauen,
  • und seine Offenbarung als einzige zuverlässige Wahrheit anzunehmen.

 

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