Schröpfen im Licht der Bibel bewertet
Beim Schröpfen werden Gefäße (meist Schröpfgläser) auf die Haut aufgesetzt, in denen zuvor ein Unterdruck erzeugt wurde. Die Haut wird dabei etwas in das Schröpfglas eingesaugt. Manche Therapeuten ritzen die Haut vorher an, sodass es etwas blutet (blutiges Schröpfen).
Das Schröpfen ist eine Reflextherapie, bei der in der Haut liegende Nerven gereizt werden sollen. Über Nerven ist die Haut mit dem Rückenmark und dadurch auch mit inneren Organen, Knochen, Bändern, Gelenken usw. verbunden. Durch diesen Hautreiz sollen nervale Impulse an die jeweiligen Organe weiter geleitet werden. Dies soll eine heilende, funktionsfördernde und harmonisierende Wirkung auf das Erfolgsorgan haben.
Bei der Schröpfmassage (Sonderform des Schröpfens) wird die Haut vorher eingeölt und dann werden die angesaugten Schröpfgläser über die Haut geführt. Dies soll einen noch stärkeren Hautreiz zur Folge haben.
Manche Therapeuten sehen das blutige Schröpfen als ausleitendes Verfahren, bei dem über das geschröpfte Blut Giftstoffe aus dem Körper gezogen werden.
Schröpfen biblisch bewertet
Allgemeine Einordnung
- Schröpfen ist eine traditionelle Behandlungsmethode, bei der durch Unterdruck Blut an die Hautoberfläche gezogen wird.
- Die Bibel erwähnt Schröpfen nicht direkt.
- Deshalb muss man das Thema anhand biblischer Grundsätze, Aussagen über Heilung, Körper, Medizin und geistliche Gefahren beurteilen.
1. Der Körper als Schöpfung Gottes
- Der Mensch ist von Gott geschaffen und soll verantwortungsvoll mit seinem Körper umgehen.
- Psalm 139,14: „Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl.“
- Jede Behandlung sollte den Körper achten und nicht unnötig verletzen.
- Schröpfen verursacht bewusst kleine Verletzungen – das ist nicht automatisch falsch, aber es muss verantwortungsvoll geschehen.
2. Medizinische Behandlungen in der Bibel
- Die Bibel lehnt medizinische Hilfe nicht ab.
- Lukas war Arzt (Kolosser 4,14: „Es grüßt euch Lukas, der geliebte Arzt…“).
- Jesus verurteilt Ärzte nicht, sondern sagt:
- Matthäus 9,12: „Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.“
- Auch Salben, Öle und pflanzliche Mittel werden positiv erwähnt.
- Jesaja 1,6 spricht von „Öl zum Verbinden“.
- 1.Timotheus 5,23: „Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens willen und wegen deiner häufigen Schwachheiten.“
- Daraus folgt: Medizinische Maßnahmen sind grundsätzlich erlaubt, solange sie nicht gegen Gottes Gebote verstoßen.
3. Blut und Verletzungen – biblische Sensibilität
- Schröpfen arbeitet mit Blutstauung oder Blutentnahme.
- Die Bibel zeigt, dass Blut eine besondere Bedeutung hat.
- 3.Mose 17,11: „Denn das Leben des Fleisches ist im Blut…“
- Das bedeutet nicht, dass jede medizinische Blutentnahme verboten wäre.
- Aber es zeigt, dass man mit Respekt und Vorsicht damit umgehen soll.
- Schröpfen ist keine Opferhandlung und hat keinen kultischen Charakter – daher fällt es nicht unter die Verbote der heidnischen Blutrituale.
4. Geistliche Gefahren – sehr wichtig
- Manche Formen des Schröpfens werden in esoterischen oder okkulten Kontexten angeboten.
- Die Bibel warnt klar vor jeder Form von Magie, Wahrsagerei oder spirituellen Heilmethoden.
- 5.Mose 18,10–12: „Es soll niemand unter dir gefunden werden, der… Wahrsagerei treibt… oder Zauberei… denn wer solches tut, ist dem Herrn ein Gräuel.“
- Wenn Schröpfen mit Energien, Chakren, spirituellen Kräften oder Ritualen verbunden wird, ist es aus biblischer Sicht abzulehnen.
- Wenn es rein medizinisch angewendet wird, ist es nicht automatisch problematisch.
5. Verantwortung und Weisheit
- Christen sollen alles prüfen.
- 1.Thessalonicher 5,21: „Prüft alles, das Gute behaltet.“
- Auch medizinische Methoden müssen geprüft werden:
- Ist es wirksam?
- Ist es sicher?
- Ist es frei von esoterischen Elementen?
- Gott gibt Weisheit:
- Jakobus 1,5: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott…“
- Jakobus 1,5: „Wenn es aber jemandem unter euch an Weisheit mangelt, so bitte er Gott…“
6. Vertrauen auf Gott statt auf Methoden
- Die Bibel betont, dass Heilung letztlich von Gott kommt.
- Psalm 103,3: „Der dir alle deine Sünden vergibt und heilt alle deine Krankheiten.“
- Medizin ist erlaubt, aber darf nicht zum Ersatz für Gott werden.
- Asa ist ein warnendes Beispiel:
- 2.Chronik 16,12: „…doch in seiner Krankheit suchte er nicht den Herrn, sondern die Ärzte.“
- Die Aussage bedeutet nicht, dass Ärzte falsch sind, sondern dass Asa Gott ignorierte.
7. Freiheit des Christen
- Die Bibel gibt keine direkte Vorschrift zu Schröpfen.
- Deshalb gilt das Prinzip der christlichen Freiheit.
- Römer 14,5: „Jeder sei in seiner Meinung gewiss.“
- Wenn Schröpfen medizinisch sinnvoll ist und keine geistlichen Gefahren enthält, kann ein Christ es nutzen.
- Wenn jemand Skrupel hat, sollte er es lassen.
- Römer 14,23: „Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde.“
- Römer 14,23: „Alles aber, was nicht aus Glauben geschieht, ist Sünde.“
8. Zusammenfassung der biblischen Bewertung
- Die Bibel verbietet Schröpfen nicht.
- Medizinische Behandlungen sind grundsätzlich erlaubt.
- Blut hat eine besondere Bedeutung, aber medizinische Eingriffe sind nicht verboten.
- Esoterische oder spirituelle Formen des Schröpfens sind klar abzulehnen.
- Der Christ soll prüfen, ob die Methode seriös und hilfreich ist.
- Gottvertrauen bleibt zentral.
- Jeder Christ darf nach seinem Gewissen entscheiden.
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