Achtsamkeit im Licht der Bibel bewertet
Achtsamkeit wird als die bewusste Wahrnehmung und das bewusste Erleben des aktuellen Moments beschrieben. Körper und Geist, Emotionen und Sinneseindrücke sollen wach und bewusst im Hier und Jetzt sein ohne von anderen Gedanken und Emotionen abgelenkt zu sein. Alles was um uns herum geschieht soll wertfrei mit allen Sinnen wahrgenommen werden.
Ziel der Achtsamkeit ist, dass Menschen zufriedener, glücklicher, gesünder und entspannter sein können. Stress soll dadurch reduziert, die eigenen Gedanken und Gefühle sollen besser kennen gelernt werden. Achtsamkeit wird unter anderem zur Förderung der Psychohygiene und psychischen Stabilität angewandt. Sie wird auch zur begleitenden Therapie von seelischen Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen eingesetzt. Auch in psychosomatischen Kliniken und Rehaeinrichtungen kommt sie zur Anwendung. Wissenschaftliche Studien wollen belegt haben, dass Achtsamkeit zur Stressreduktion, zur Stärkung des Immunsystems, zu mehr Geduld, zu mehr Gelassenheit und zu einem entschleunigtem Leben führen soll.
Übungen der Achtsamkeit
Achtsamkeit kann durch viele verschiedene Achtsamkeitsübungen im Alltag eingeübt werden.
Beispiele sind:
- Gleich nach dem Aufwachen das bewusste Wahrnehmen von Licht im Raum, Zimmertemperatur und Geräuschen.
- Bei den Mahlzeiten das bewusste Wahrnehmen der zubereiteten Speisen, das bewusste Schmecken der Speisen, das bewusste Spüren der Konsistenz der Speisen. Dabei sollen die Gedanken immer ganz auf den Moment gerichtet sein.
- Beim Gang durch die Natur den Geruch der Umgebung wahrnehmen, das Vogelgezwitscher Wahrnehmen, Pflanzen berühren und spüren wie sich diese anfühlen.
Die Achtsamkeit entstammt ursprünglich buddhistischen Lehren und Meditationspraxen. Sie diente zur Stärkung und Erweiterung des Geistes.
Achtsamkeit aus Sicht der Bibel auf mögliche esoterische, magische oder okkulte Belastungen
Bleibt die Achtsamkeit frei von esoterischen und fernöstlich spirituellen Einflüssen, dann kann sie bedenkenlos aus Sicht der Bibel angewandt werden. Von manchen Anwendern und Anbietern wird sie allerdings Missbraucht um spirituell-esoterisches Gedankengut an den Endverbrauer zu bringen.
Es gibt keine Stelle in der Bibel, die „Achtsamkeit“ im modernen Sinne direkt verbietet. Allerdings werden bestimmte Formen oder Deutungen von Achtsamkeit kritisch gesehen, wenn sie mit Vorstellungen verbunden sind, die aus biblischer Sicht problematisch sind (z. B. Selbstzentrierung, „Leere des Geistes“, oder spirituelle Praktiken ohne Bezug zu Gott). Hier sind einige häufig genannte biblische Einwände mit passenden Bibelstellen:
Warnung vor „Leere des Geistes“
Einige Achtsamkeitspraktiken zielen darauf ab, den Geist zu „leeren“. Die Bibel betont dagegen eher, den Geist mit Gottes Wort zu füllen:
- Matthäus 12,43–45
→ Ein unreiner Geist kehrt in ein „leeres“ Haus zurück und bringt Schlimmeres mit.
👉 Wird oft so interpretiert: Ein „leerer“ Geist ist anfällig für falsche Einflüsse. - Philipper 4,8
→ „Denkt über das nach, was wahr, edel, gerecht… ist.“
👉 Fokus: aktives Ausrichten des Denkens, nicht Leeren.
Kritik an Selbstzentrierung statt Gotteszentrierung
Moderne Achtsamkeit wird manchmal als Weg zur Selbstfindung oder Selbstoptimierung verstanden. Die Bibel stellt jedoch Gott ins Zentrum, nicht das Selbst:
- Jeremia 17,9
→ „Arglistig ist das Herz…“
👉 Warnung davor, sich ausschließlich auf das eigene Innere zu verlassen. - Sprüche 3,5–6
→ „Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand.“
Warnung vor fremden spirituellen Praktiken
Wenn Achtsamkeit mit östlichen Religionen oder spirituellen Weltbildern vermischt wird, sehen manche Christen hier ein Problem:
- 5. Mose 18,9–12
→ Verbot, heidnische spirituelle Praktiken zu übernehmen. - Kolosser 2,8
→ „Seht zu, dass euch niemand einfängt durch Philosophie und leeren Betrug…“
Gebet statt meditative Selbstversenkung
Die Bibel betont eine Beziehung zu Gott durch Gebet, nicht nur stille Selbstbeobachtung:
- Matthäus 6,7
→ Warnung vor „leeren Wiederholungen“ im Gebet. - 1. Thessalonicher 5,17
→ „Betet ohne Unterlass.“
Nüchternheit und Wachsamkeit statt „veränderter Bewusstseinszustände“
Einige interpretieren Achtsamkeit als Technik zur Veränderung des Bewusstseins. Die Bibel ruft zur klaren Wachheit auf:
- 1. Petrus 5,8
→ „Seid nüchtern und wachsam…“
Fazit
Die Bibel lehnt nicht grundsätzlich Ruhe, Stille oder bewusstes Wahrnehmen ab – im Gegenteil. Problematisch wird Achtsamkeit aus biblischer Sicht eher dann, wenn sie:
- den Menschen statt Gott ins Zentrum stellt
- den Geist „leeren“ statt ausrichten will
- mit anderen spirituellen Weltanschauungen verbunden ist
Es gibt auch viele Christen, die Achtsamkeit positiv interpretieren, z. B. als bewusstes Leben vor Gott.
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