Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die TCM hat eine über 3000-jährige Geschichte und war über den ganzen ostasiatischen Raum verbreitet, vor allem auch in Korea und Japan. Mit dem Aufkommen der modernen westlichen Medizin (im 19. Jahrhundert) und ihren Erfolgen geriet die TCM mehr und mehr in Vergessenheit. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde unter Mao Zedong die TCM wieder in China etabliert und sowohl dort als auch im Westen weiter entwickelt. Mao Zedong wollte sich in seiner marxistischen Haltung dem Westen gegenüber abgrenzen und führte deshalb die TCM in China wieder ein. Die meisten Chinesen haben allerdings die TCM nicht angenommen und vertrauen lieber der modernen westlichen Medizin. Erst mit dem Transfer in den Westen wurde der Name Traditionelle Chinesische Medizin geprägt.

Die alte chinesische Medizin basiert überwiegend auf literarischen Werken von Gelehrten, Heilkundigen und Philosophen. Eine einheitliche Meinung gab es nicht, vielmehr gab es Richtungsstreitigkeiten über die verschiedenen Lehrmeinungen. Die alte chinesische Medizin verband Lehrmeinungen vieler philosophischer Richtungen wie dem Taoismus, dem Konfuzianismus und dem Buddhismus. Auch kamen magische Einflüsse wie das Befragen von Orakeln und verstorbenen Ahnen sowie Dämonenbeschwörungen hinzu. Darüber hinaus gab es auch religiöse Einflüsse, die Krankheit als Strafe der Götter deuteten.

Grundlage der TCM ist das Qi oder Chi sowie Yin und Yang. Qi oder Chi wird als alles durchdringende kosmische Kraft oder Geist gesehen, deren Quelle und Ursprung Gott sein soll. Yin und Yang sollen am Anfang der Welt noch vereint gewesen sein. Die Welt entstand durch das Wirken des Qi, also durch göttliche Kraft. Himmel und Erde entstanden angeblich erst durch die Trennung von Yin und Yang.

Yin und Yang sollen beim Menschen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinanderstehen, um die Lebensenergie Qi zu aktivieren. Ist das Verhältnis nicht ausgewogen, so wird der Mensch aus der Sicht der TCM krank. Yin und Yang stehen in jeglicher Hinsicht in einer engen Verflechtung zueinander. Yin steht z. B. für Nacht, Winter, Wasser und Tal. Dem gegenüber steht Yang für Tag, Sommer, Feuer und Berg.

Im Menschen herrscht aus der Sicht der TCM auch das Yin-Yang-Prinzip.

Die Meridiane sind dem Yin-Yang-Prinzip zugeordnet. Die sogenannten Meridiane sind angeblich Energiebahnen im menschlichen Körper, in denen die vermeintliche Lebensenergie Qi (oder Chi) fließt. Es gibt zwölf Hauptmeridiane, von denen jeder einem Organ oder Organsystem zugeordnet ist.

Ziel der TCM ist es immer, Yin und Yang auszugleichen und somit den Fluss der Lebensenergie Qi in den Meridianen in einem harmonischen Gleichgewicht zu gewährleisten.

Auf den Meridianen liegen die vermeintlichen Akupunkturpunkte.

Zur TCM zählen die:

1.      Arzneitherapie

In dem chinesischen Heilmittelkatalog werden mehrere Tausend Pflanzen, Tiere und Mineralien genannt, die zur Arzneizubereitung geeignet sein sollen. Meistens werden 4-20 dieser Ausgangsstoffe miteinander vermischt, die auf den Patienten individuell abgestimmt sind. Die Aufbereitung geschieht durch Abkochung oder Zermahlung zu Pulver oder Aufarbeitung zu Granulat.

Es gibt mehrere Tausend Rezeptvorschriften und Anwendungen. Im Westen sind diese Arzneimittel nur wenig erforscht.

2.      Akupunktur mit Moxibustion (Moxa-Therapie, Moxen)

Bei der Akupunktur werden Akupunkturnadeln aus Stahl, Silber oder Gold 1-2 mm in die Akupunkturpunkte eingestochen, die auf den Meridianen liegen und für einige Zeit (ca. 10-30 Minuten) dort belassen. Die Auswahl aus den vielen Hundert Akupunkturpunkten fällt der jeweilige Behandler nach einer ausführlichen Befragung und Untersuchung des Patienten. Bei der Moxibustion (Moxa-Therapie, Moxen) werden während der Akupunktur kleine Beifußfasern an den in der Haut steckenden Akupunkturnadeln abgebrannt. Der Akupunkturpunkt wird dabei erwärmt. Eine Verstärkung der Akupunkturwirkung soll dadurch erreicht werden.

Im Gegensatz zur TCM glaubt man bei der sogenannten „westlichen Akupunktur“ nicht an Meridiane, Lebensenergie und die Harmonisierung von Energieflüssen. Die Grundlagen der TCM kommen hier nicht zur Anwendung. Die Akupunktur ist mittlerweile wissenschaftlich gut erforscht und die Wirkungswege werden wie folgt beschrieben:

-         Die Akupunktur führt zur Bildung von körpereigenen morphinartigen Substanzen und Nervenüberträgersubstanzen. Diese Substanzen führen zur Schmerzstillung und zur psychischen Entspannung.

-         Die Akupunktur hat auch eine nervale Wirkung, die zur Aktivierung von Schmerzkontrollmechanismen (Gate-Control-Theorie) führt.

-         Die Haut steht über vegetative Nerven mit inneren Organen und anderen Strukturen in Verbindung. Durch Reizung bestimmter Hautareale (Segmente) können Reflexwirkungen auf innere Organe oder andere Strukturen erzielt werden.

-         Die regulatorische bioelektrische Wirkung der Akupunktur bedeutet, dass jeder Nadelstich zu einem Informationsimpuls an den betroffenen Körperzellen führt und dieser Impuls auch an andere Körperzellen weiter gegeben wird. Dies führt zu regulatorischen Vorgängen. 

3.      Tuinamassage

Die Tuina ist eine eigenständige chinesische Form der manuellen Therapie (siehe Manuelle Therapie). Es sind meist Methoden aus dem Bereich der Massage und Chiropraktik. Blockaden der Energiebahnen und des Energieflusses sollen damit behoben werden.

4.      Akupressur

Mittels der Akupressur sollen durch Fingerdruck die Akupunkturpunkte und damit die Meridiane beeinflusst werden. Gelegentlich werden die Akupunkturpunkte (siehe unter „Akupunktur“) auch durch das Reiben mit den Fingern behandelt. Sie wird als sanfte Alternative zur Akupunktur gesehen.

5.      Qigong und Taichi

Qigong ist eine Meditations- und Therapieform, bei der Atem- und Bewegungstechniken zur Anwendung kommen. Hauptsächlich wird Qigong in Gruppen in langsamen, konzentrativen und ruhigen Bewegungsabläufen geübt. Meistens gibt ein Gruppenleiter die Bewegungen vor. Es kann aber auch im Sitzen, Stehen oder im Liegen angewandt werden. Manchmal sind die Übungen von Meditationsmusik begleitet. Die Wurzeln des Qigong reichen einige Jahrhunderte in die vorchristliche Zeit hinein.

Taichi, auch Schattenboxen genannt, ist ein imaginärer Kampf mit einem imaginären Gegner, bei dem Angriffs- und Rückzugsbewegungen sehr langsam, konzentriert und meditativ erfolgen. Die Bewegungen laufen sehr langsam ineinander über. Auch Taichi hat eine sehr alte Tradition.

Qigong und Taichi sollen dazu führen, dass die beiden Pole Yin und Yang harmonisiert werden und damit die universelle kosmische Lebensenergie Qi oder Chi angeregt oder harmonisiert wird. Sie werden in der TCM zur Krankheitsvorbeugung als auch zur Therapie angewandt. Beide Methoden kommen in unseren Breiten in Kurkliniken zur Anwendung. Auch werden sie in Volkshochschulkursen und anderen Einrichtungen der Erwachsenenbildung gelehrt. Leider auch schon in manchen kirchlichen Einrichtungen.

6.      Diätetik-Ernährung

Nahrungsmittel werden in der TCM nach Yin und Yang eingeteilt. Ziel ist auch hier die Harmonisierung von Yin und Yang und damit die Harmonisierung der Lebensenergie Qi (Chi).

 

Bevor es bei der TCM zur Therapie kommt, wird eine ausführliche Befragung des Patienten durchgeführt. Außerdem wird das äußere Erscheinungsbild, Gestik und Gesichtsausdruck des Patienten bewertet. Eine Inspektion von Haut, Haaren, Lippen, Stuhl und Urin wird vorgenommen. Auch wird der Patient auf druckempfindliche Strukturen hin untersucht und es wird eine Zungen- und Pulsdiagnostik vorgenommen.

  • Bewertung aus christlich-biblischer Sicht auf mögliche esoterische, magische oder okkulte Belastungen

Die Bewertungen und Ansichten entspringen ausschließlich meiner persönlichen Meinung und meinem christlichen Glauben, so wie ich die Bibel und den christlichen Glauben verstanden habe.
Bitte lesen Sie zusätzlich zur Bewertung auch unter Kapitel 11 „Grundsätzliches zur Bewertung aus biblischer Sicht“

Meine Einschätzung fällt ähnlich aus wie bei den Meridiantherapien (siehe unter „Meridiantherapien“), die an die TCM angelehnt sind.

Bei der TCM geht es darum, die Lebensenergie Qi oder Chi zu beeinflussen. Qi oder Chi soll, wie bereits oben schon erwähnt, eine alles durchdringende kosmische Kraft bzw. ein kosmischer Geist sein, mit Gott als Ursprung und Quelle. Gott wird als unpersönliche kosmische Kraft verstanden. Somit ist die TCM auf spiritueller Ebene gelagert. Die göttliche Lebensenergie, die kosmische Kraft oder der kosmische Geist soll dadurch reguliert werden. Auch in der heutigen Zeit wird der Wirkungsweg immer noch so dargelegt. Es geht um die Regulierung oder Harmonisierung von Energie, von göttlicher Kraft. Ein anderer Wirkungsweg wird in der Fachliteratur nicht beschrieben. Somit ist die TCM aus biblischer Sicht abzulehnen. Zur ausführlichen biblischen Begründung lesen Sie bitte das Kapitel „Energien, Schwingungen, kosmische und geistartige Kräfte“.

 

Ausnahme ist die Akupunktur. Es gibt eine sogenannte „westliche Akupunktur“, die den Wirkungsweg der Akupunktur wissenschaftlich beschreibt (siehe oben) und nichts mit Lebensenergie, Energie und kosmischen Kräften zu tun hat. Die Grundlagen der TCM kommen hier nicht zur Anwendung. Wird solch eine Akupunktur praktiziert und werden „energetische“ Wirkungswege außen vor gelassen, dann ist die „westliche Akupunktur“ aus biblischer Sicht in Ordnung.

 

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